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Zwischen Trümmern und Träumen
Inhaltsangabe
Berlin, Dezember 1943. Liesel heiratet einen Mann, den sie nicht liebt, und zieht in ein Haus, das anderen gehört hat. Friedrich von Hardenberg ist Sturmbannführer, charmant vor Gästen und kalt, sobald sie gegangen sind. Die Villa im Tiergartenviertel hat er 1939 erworben. Ein Glücksfall, sagt Liesels Mutter. So etwas bekomme man heute nicht mehr. Am Abend der Hochzeit spielt ein Pianist auf dem Flügel im Salon drei Takte eines Stücks, das man nicht mehr spielen darf, und sagt ihr leise, er habe hier schon einmal gespielt – bei den Leuten, die hier gewohnt haben. In der Nacht, während ihr Mann in seinem Arbeitszimmer sitzt, steigt Liesel in den Keller. Hinter dem Luftschutzraum liegt Friedrichs Archiv und darin eine Mappe: ein Kaufvertrag zu einem Preis, der fast fünfmal zu niedrig war, eine Liste mit Silber und Bildern, ein Satz in seiner Handschrift am Rand. Und das Foto einer Familie auf der Treppe zwischen den beiden steinernen Löwen, an denen Liesel am Nachmittag im Brautkleid vorbeigegangen ist. Zur selben Zeit bekommt in einem Krankenhaus in Moabit der Assistenzarzt Johann Keller seinen Einberufungsbefehl. Er will kein Soldat sein, und schon gar nicht dort, wohin der Befehl ihn schickt. Vor über einem Jahr hat er nachts einen Jungen mit Scharlach behandelt, in einem Haus, in das man Juden eingewiesen hatte, und ist nie wieder hingegangen. Jetzt soll er unterschreiben. Zwischen Sirenen, einer Liste, die Leben kostet, und den Jahren in den Trümmern erzählt diese Geschichte von zwei Menschen, die lernen müssen, was ein Name wert ist – und davon, wem man erzählt, was man getan hat.